Was verbirgt sich hinter dem Zauberwort "Gender"?
Gender Mainstreaming geht von der Erkenntnis aus, dass eine tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann nur dann erreicht werden kann, wenn die Geschlechterperspektive bei allen Entscheidungen - in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft - berücksichtigt wird.
Für Gender Mainstreaming gibt es keine prägnante deutsche Übersetzung. "Gender" bezeichnet einfach das "soziale Geschlecht" und "Mainstreaming" bedeutet, bestimmte Fragestellungen, Kriterien usw. in den "Hauptstrom" einfliessen zu lassen.
Zentral beim Gender Mainstreaming ist, die Gender-Optik in den betrieblichen Alltag zu integrieren. Aufgrund bisheriger Erfahrungen betreffend betrieblicher und gewerkschaftlicher Gleichstellungsarbeit entstand die Idee, die Umsetzung mittels Gleichstellungs-Controlling zu erproben.
Was bedeutet nun Gleichstellungs-Controlling?
Gleichstellungs-Controlling ist ein Instrument des Gender Mainstreamings, welches die Anliegen der Gleichstellung langfristig, nachhaltig und umfassend in der Organisation verankert. Das bedeutet demnach die Integration von Gleichstellungszielen in die routinemässigen Planungs- und Steuerungsprozesse einer Organisation. Damit wird Gleichstellung als Querschnittaufgabe verankert und die Umsetzungsverantwortung den Führungskräften und EntscheidungsträgerInnen übertragen; in Form von
- verbindlichen und überprüfbaren Gleichstellungszielen;
- verbindlichen und überprüfbaren Gleichstellungsmassnahmen;
- verbindlichen und permanenter nicht delegierbarer Führungsaufgaben.
Die Verlagerung der Verantwortlichkeiten auf Entscheidungsebene ist von zentraler Bedeutung für die Umsetzung. Gleichstellungs-Controlling wird mit der genannten Top-down-Strategie - in der Hierarchie von oben nach unten - angewendet und bedeutet, dass Gleichstellungsprozesse als Querschnittaufgabe alle Bereiche einer Organisation tangieren.
Für eine umfassende Umsetzung der Gleichstellung ist es wichtig, die eigentliche Geschäftstätigkeit genderkritisch unter die Lupe zu nehmen. Besonders wichtig ist, die Produkte und Dienstleistungen im Hinblick auf ihre Bedeutung für das Geschlechterverhältnis zu untersuchen und anzupassen.
Die Gleichstellungsbeauftragten werden zu Fachpersonen für Gender-Fragen und damit zu Beraterinnen und Beratern der Führungskräfte in Sachen Gleichstellung. Sie sorgen für Ergebnistransparenz, indem sie den Führungskräften regelmässig Reportings zum Stand der Zielerreichung zur Verfügung stellen.